Hangeul (한글)- Äh, bitte was?


Hangeul, so nennen Koreaner ihr Alphabet. Dieses ließ ein gewisser König Sejong Mitte des 15. Jahrhunderts schaffen, da diese Schrift besser zur Darstellung der koreanischen Sprache geeignet war, als die bis dahin offiziell verwendeten chinesischen Schriftzeichen. Geschrieben wurde zwar auf chinesisch, aber gelesen wurde es koreanisch, was ziemlich kompliziert und umständlich war, weil Hochchinesisch zu den sinotibetischen Sprachen zählt und keinerlei Gemeinsamkeiten zum Koreanischen aufweist. Das Koreanische wird eher zu den altaischen Sprachen gezählt, allerdings gibt es auch viele grammatikalische Parallelen zum Japanischen. Allerdings sind sich Forscher noch nicht sicher, mit welchen Sprachen die koreanische Sprache verwandt ist, weshalb einige auch scherzhaft meinen, das „Koreanische sei vom Himmel gefallen“.

Hangeul gilt heute als eines der effizientesten und logischsten Schriftsysteme der Welt und hat in Korea sogar einen eigenen Feiertag, genannt Hangeul-Tag (Hangeulnal). Dieser findet am 9. Oktober statt.

 

Man kann sehr leicht Koreanisch lesen lernen.

Ähnlich wie bei uns werden die einzelnen Wörter durch Lücken, also Leerzeichen, getrennt, und erleichtern somit das Lesen. Im Japanischen und Chinesischen ist das nicht selbstverständlich! Da haben Anfänger oft Probleme, Anfang und Ende von Wörtern oder sogar Satzteilen zu finden.

Koreanisch wird entweder horizontal von links nach rechts oder vertikal von rechts nach links geschrieben, wobei letzteres in Fließtexten so gut wie gar nicht mehr verwendet wird.

 

Es gibt verschiedene Arten, Koreanisch zu umschreiben. Diese Romanisierung ist ein Versuch, Koreanisch in lateinischen Buchstaben zu schreiben. Allerdings ist das nicht ganz so einfach, deshalb wird die Romanisierung in einem anderen Artikel erklärt. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, auf das original in Hangul zurückzugreifen, statt sich nur auf die Umschrift zu verlassen, denn die Umschrift gibt die Aussprache nicht genau wider.

 


Allgemein

 

Es gibt 14 Konsonanten und 10 Grundvokale. Allerdings können auch zusammengesetzte Vokale und Konsonanten gebildet werden. Kann man erst einmal das Grundalphabet, so kann man eigentlich schon koreanisch lesen. Es müssen nur einige Ausspracheregeln beachtet werden, die wir hier nicht weiter ausführen, da es sonst zu kompliziert wäre.

Wenn man alle möglichen Kombinationen zusammenrechnet, ergeben sich insgesamt 51 mögliche Buchstabenvarianten aus

 

14 Grundkonsonanten

10 Grundvokale

5 Doppelkonsonanten

11 zusammengesetzte Vokale

11 zusammengesetzte Konsonanten

 


Grundvokale:

 

wie a in Amelie oder Mama

wie ja in Jacke oder ja

wie o in Ochse oder offen (> ein sogenanntes „offenes“ o)

wie jo in Jochen

wie o in Ofen oder Boot (> ein sogenanntes „geschlossenes“ o)

wie jo in Joghurt

wie u in Ursula oder Ute

wie ju in jung

wie eu (kann nicht genau beschrieben werden, hört euch den Laut >hier< an)

wie i in Ingwer oder immer

 

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, ist bei den Zeichen mit zwei Strichen einfach nur ein j vor den Vokal gesetzt worden. Es ist also wirklich ganz einfach.

 

 

Grundkonsonanten:

 

wie g in Grill oder gehen

wie k in Korea oder kaufen

wie n in Name oder Nadine

wie d in Daniela oder Doktor

wie t in Tom oder Theater

wie m in Mutter oder Maus

wie b in Baum oder Kabel

wie p in Papier oder Piano

wie s in Sushi oder Sarah (falls mit(i) kombiniert, dann wird es wie schi gelesen)

wie dsch in Dschungel

wie tsch in Deutschland (annäherungsweise)

wie ng in eng (wenn am Anfang einer Silbe geschrieben, dann stumm → nicht ausgesprochen)

wie h in Haus oder Himmel

lautlich irgendwo zwischen r und l, am Anfang und Ende eines Wortes eher ein l, im Wortinneren ein r (positioniert eure Zunge wie für ein r, dann ein bisschen nach vorne bewegen, ohne dass sie die Zähne berührt)

 

 

Zusammengesetzte Vokale:

 

( + ) wie ä in Ärger

( + ) wie in Jäger

( + ) wie das langgezogen gesprochene e in gehen

( + ) wie je in jenem

( + ) wie wa in der englischen Zahl one

( + ) wie , fast so wie in quengeln

( + ) wie we, ähnlich wie in dem englischen Vornamen Wendy

( + ) wie o, aber mit einem sehr kurz gesprochenem e hinten dran

( + ) wie wo mit dem o wie in offen, also so ähnlich wie in Woche

( + ) wie wi, ungefähr wie das französische oui oder die Spielkonsole Wii

( + ) wie ein „dumpfes“ i, ihr macht dieses i mit einer weiter hinten im Mund liegenden Zunge (ist nicht so schlimm, wenn es nicht beim ersten Versuch klappt, den Laut gibt es im Deutschen und Englischen nicht, aber mit der Zeit wird es einfacher)

 

 

Doppelkonsonanten:

 

Es werden nur die Konsonanten , , , und verdoppelt (, , , , ). Doppelkonsonanten sind etwas schwierig zu lesen, denn sie sind nicht-aspirierte Konsonanten. Nehmen wir als Beispiel das . Es ist eine Mischung aus b und p, wobei der Konsonant eher härter ausgesprochen wird, also zum p tendiert. Haltet beim Üben eure Hand vor den Mund. Wenn ihr an der Hand KEINEN Luftzug spürt, dann habt ihr es richtig ausgesprochen.

 

 

Zusammengesetzte Konsonanten:

 

Zusammen       Ausprache            Aussprache, wenn 
-gesetzter                im                        die nachfolgende 

Konsonant       Normalfall                Silbe mit einem

                                                                 Vokal beginnt

                                  g                            Silbenende: g

                                                              Anfang der neuen Silbe: s

                                  g                            Silbenende: l

                                                              Anfang der neuen Silbe: g

                                  n                            Silbenende: n

                                                       Anfang der neuen Silbe: dsch

                                  n                 Silbenende ohne Konsonant

                                                             Anfang der neuen Silbe: n

                                 m                            Silbenende: l

                                                             Anfang der neuen Silbe: m

                                  l                              Silbenende: l

                                                             Anfang der neuen Silbe: b

                                  l                              Silbenende: l

                                                             Anfang der neuen Silbe: s

                                  l                              Silbenende: l

                                                             Anfang der neuen Silbe: t

                                  l                   Silbenende ohne Konsonant

                                                             Anfang der neuen Silbe: r

                                  p                             Silbenende: l

                                                             Anfang der neuen Silbe: p

                                  b                             Silbenende: b

                                                             Anfang der neuen Silbe: s

 

Schreiben:

 

Koreanische Wörter werden in Silbenblöcken geschrieben, das heißt jede Silbe passt in ein gedachtes Quadrat. Diese Silbenblöcke werden dann sowohl horizontal von links nach rechts als auch vertikal von oben nach unten und von links nach rechts geschrieben, wobei ersteres üblicher ist.

Die Silben eines Wortes werden ohne Leerzeichen aneinander gereiht, wie zum Beispiel beim Wort Hangeul 한글 (Han + geul). Im Deutschen machen wir das auch, so wie Flag-ge, Schu-le, Men-schen und so weiter. Wörter werden mit Leerzeichen voneinander getrennt, die Interpunktion entspricht auch der deutschen.

 

Beim Schreiben müsst ihr unbedingt beachten, in welcher Reihenfolge die Striche geschrieben werden!

 

>> hier könnt ihr das Schreiben in Hangeul üben <<

 

Schreiben in Silbenblöcken:

 

Es mag am Anfang komisch und verwirrend erscheinen, aber diese spezielle Anordnung der Buchstaben erleichtert das Lesen um einiges.

Normalerweise bestehen koreanische Silben aus drei Teilen:

einem Anlaut, einem Mittellaut und einem Auslaut.

Z.B.: + + ㄴ → 한 h + a + n → han → eine Silbe

 

Bei Silben, die mit einem Vokal anfangen, wird einfach das konsonantische Zeichen davor gesetzt, aber nicht mit ausgesprochen. Z.B.: = a / = u / = jo.

Ansonsten kann jeder Konsonant oder Doppelkonsonant der Anlaut sein.

 

Als Mittellaut steht immer ein Vokal oder ein zusammengesetzter Vokal. Die dritte Position bleibt entweder leer oder ein Konsonant bzw. ein zusammengesetzter Konsonant wird noch eingesetzt. Nicht alle Silben haben einen Auslaut.

 

Auch die Position der Laute ist festgelegt. Die vertikalen Vokale, also , , , , , , , und, stehen immer auf der rechten Seite des Anlautkonsonanten. Die horizontalen Vokale, also , , , und , stehen unter dem Anlautkonsonanten.

 

Am Ende der Silbe stehen die auslautenden Konsonanten. Zusammengesetzte Konsonanten sowie Vokale werden bei der Anordnung in der Silbe wie einzelne Buchstaben behandelt, dass gilt auch für Doppelkonsonanten.

 

Vor allem beim schreiben in Hangeul am Computer werdet ihr merken, dass die Buchstaben immer ein bisschen von der Form her leicht verschoben werden, was an der Silbenblock-Schreibweise liegt. Die Buchstaben werden immer so verformt, dass die Silbe ungefähr in ein Quadrat passt, denn Koreanisch ist eine ästhetische Sprache.

 

Am besten könnt ihr das bei den folgenden Beispielen sehen:

 

커피 - Kopi - Kaffee

과자 - Gwadscha - Keks

사랑해요 - Saranghaeyo - Ich liebe dich

고맙다 - Gomabda - danken, bedanken

죄송(하다) - Dschoesong(hada) - Sich entschuldigen (sehr formelle Form)

 

 

! Achtung !

 

Es könnte sein, dass ihr hin und wieder mal auf chinesische Schriftzeichen, genannt Hanja (한자), trefft. Sie werden in manchen Zeitungstexten, in wissenschaftlichen Publikationen, und auch in manch persönlichen Texten, zum Beispiel in privaten Briefen verwendet. Mittlerweile werden sie auch als Verständigungshilfe bei gleich klingenden Wörtern mit unterschiedlichen Bedeutungen in Klammern angegeben. Allerdings sind sie eher für sehr fortgeschrittene Koreanisch-Lerner interessant, da alles auch in Hangeul geschrieben werden kann.

 

 

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(Gearbeitet wurde hier mit „Sprachkurs Plus Anfänger Koreanisch“ von lex:tra [ISBN 978-3-589-01867-3, ca. 35€] sowie „Reisegast in Korea“ von Iwanowski‘s fremde Kulturen verstehen und erleben [ISBN 978-3-86197-004-0, ca. 18€])


 

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Kommentare: 7
  • #1

    Centrifugal Juicer (Samstag, 13 April 2013 05:40)

    This is an excellent post! Thank you for sharing with us!

  • #2

    EXO (Montag, 20 Januar 2014 15:19)

    oh gott, danke :D
    werd gleich anfangen zu büffeln

  • #3

    Luna-Chan (Dienstag, 21 März 2017 23:34)

    Suuuper Beitrag! Aber gibt es kein E im Koreanischen?

  • #4

    TaeTaesNora (Mittwoch, 27 September 2017 23:03)

    E wird ㅔgeschrieben

  • #5

    Keks (Sonntag, 08 Oktober 2017 15:16)

    Ich hab das mit den zusammengesetzten Konsonanten nich verstanden. Die Tabelle is iwi komisch..

  • #6

    cleaning service (Mittwoch, 15 November 2017 11:29)

    With investing in the household cleaning companies, you also have to be smart based on the company you select for washing jobs just like these. Beware because you can find companies who have a predetermined fee for washing and they're the ones you ought to look regarding. A per-hour charge gets the possibility with the cleaners relocating slower as compared to normal to obtain additional money coming from you.

  • #7

    Kookie xx (Donnerstag, 16 November 2017 19:12)

    ich kann o und ng irgendwie nicht zusammen schreiben (also so wie in dem ich liebe dich beispiel) kann mir da jemand helfen?

Annyeonghaseyo (✿◠‿◠)    

 

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