Nachdem die Auditions erst einmal überstanden sind, geht es für die jungen Nachwuchstalente erst einmal richtig ans Eingemachte. In einem jahrelangen Prozess sollen sie zu perfekten Vorzeigestars geformt werden – manche Idols wie Min von Miss A haben gar acht Jahre lang trainiert, bevor sie endlich in einer Gruppe debütieren durften. Die meisten Idols trainieren etwa 2-5 Jahre bei ihrer Plattenfirma. Die ist immer in der 21-Millionen-Stadt Seoul, der Hauptstadt Südkoreas und dem Zentrum der K-Pop-Industrie angesiedelt. Das bedeutet für Trainees, die nicht in Seoul wohnen oder gar aus dem Ausland nach Korea gekommen sind, natürlich eines: Ein Umzug steht an! Die Familie und Freunde in der Heimat werden eingetauscht gegen ein neues Leben in einem Wohnheim (auch Dormitory oder kurz Dorm genannt), welches von dem Entertainment bezahlt wird. Doch nicht nur die Unterkunft wird von den Firmen unternommen, nein, auch mit Klamotten und Essen und sogar Schulgebühren werden die Idols versorgt (denn trotz des harten Trainings müssen sie die Schule trotzdem noch abschließen!)

 

Ziemlich fair, oder? Dafür verlangen die Plattenfirmen aber auch, dass ihre Schützlinge eine ganze Menge lernen. Hier passt vielleicht dieses Video ganz gut. In einem Beitrag über K-Pop, der Anfang dieses Jahres auf Arte lief, äußert sich ein Vertreter von JYP Entertainment über das, was den jungen Talenten im Training so beigebracht wird (ab 2:39):

http://www.youtube.com/watch?v=Fql-W-bS-XY

 

Der Hauptaugenmerk wird also auf gutes Benehmen gelegt. Wen wundert es, schließlich werden kleine Patzer von asiatischen Fans weitaus strenger bestraft, als es hierzulande vielleicht der Fall ist. Und die Sprachen? Hier muss man wissen, dass koreanische Musik aufgrund des immensen Erfolges im asiatischen Ausland auch in anderen Sprachen aufgenommen wird. So bringt heutzutage fast jede koreanische Band Songs auf Japanisch heraus (der japanische Musikmarkt ist einer der größten der Welt, da ist also ordentlich was zu holen) und einige haben sogar chinesische Songs im Repertoire (das lohnt sich schon allein deswegen, weil über eine Milliarde Menschen Chinesisch sprechen und verstehen). Seltener – in letzter Zeit aber immer öfter – nehmen einige Gruppen sogar Songs auf Englisch auf. Klar, dass die meisten Idols mehrere Sprachen können müssen. Auch das wird während des Trainings gewährleistet. Hinzu kommt, dass die Trainees, die aus den weltweiten Auditions etwa in den USA oder Kanada hervorgehen, oft Kinder von koreanischen Einwanderern sind, die die Muttersprache ihrer Eltern nicht mehr beigebracht bekommen haben. Die müssen dann natürlich auch erst wieder Koreanisch lernen wie etwa Tiffany von SNSD, die in den USA aufwuchs und sich erst wieder mühsam Koreanischkenntnisse aneignen musste. Zu Beginn ihrer Karriere sprach sie sogar noch Koreanisch mit amerikanischem Akzent!

 

Am Ende des Trainingsprozesses hat das System in fast allen Fällen gut ausgebildete Rundum-Sorglos-Pakete hervorgebracht, die singen, tanzen, moderieren und schauspielern können. Dennoch gibt es Kritik an den langen Trainingsphasen. Zum einen gibt es immer mal wieder Gerüchte darüber, dass die Idols bis zum Umfallen üben müssen und sogar von ihren Lehrern geschlagen werden. Trotz mangelnder Beweise halten sich diese Behauptungen immer noch hartnäckig. Zum anderen wird kritisiert, dass durch das Training jede Individualität flöten geht und die Stars am Ende nur noch „Produkte“ sind und keine eigenständigen Künstlerpersönlichkeiten. Dennoch erfreuen sich gut trainierte Idols in Korea nach wie vor großer Beliebtheit.

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Kommentare: 3
  • #1

    EXO (Montag, 20 Januar 2014 15:34)

    ich glaube zwar, dass die Ausbildung sehr hart ist,
    aber dennoch machen das alle freiwillig.
    Ist ja nicht so dass sie geszwungen werden zu einem Entertainment
    zu gehen

  • #2

    aki (Freitag, 23 Januar 2015 18:47)

    gut,ich muss sagen ich stehe dem echt zwiespältig gegenüber: einerseits mag ich viele k-pop lieder und ich muss sagen die Videos,Kostüme und Tänze sind sehr gut gemacht, aber am Ende sind es nur Produkte und jeder ist ersetzbar. Ich mag schon das amerikanische pop-geschäft nicht da sind mir die Koreaner noch unsympathischer, es ist einfach zu komerz zu falsch zu unecht. Ein anderer Punkt ist das die K-pop fans echt extrem nervig sind-_-, da führen sich 18 jährige auf wie kleine -Mädchen.Die ganzen Zimmer sind dekoriert, sie eifern ihren Stars in allen nach und kreischen das man taub wird.

  • #3

    Kpopfan (Samstag, 12 Dezember 2015 15:13)

    Meiner Meinung nach ist das ganze Kpop Geschäft doch so eine Art "Gehirnwäsche". Fast jeder Kpop-Fan möchte auch ein Kpop-Star sein egal, wie unrealistisch die Chancen sind. Ich weiß nicht, ob die Entertainment Companies es darauf anlegen, dass viele eine derartige Denkweise entwickeln, aber Fakt ist, dass Kpop süchtig macht! Und die meisten sind schon so sehr besessen davon, dass es ungesund ist und einen Größtteil ihrer Freizeit damit verschwenden, in der man sich mit sinnvollen Dingen beschäftigen könnte, die auch zukunftsorientiert wären.

Annyeonghaseyo (✿◠‿◠)    

 

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