Die koreanische Welle, auch „Hallyu“ genannt, schwappt mittlerweile durch ganz Asien und breitet sich so langsam aber sicher in alle Teile der Welt aus, aber nicht alle freuen sich. Es gibt im Grunde zwei Arten von Gegnern der Koreanischen Welle – würde ich mal so sagen

 

1. Die Nationalisten

In Deutschland ist ein Großteil der Musik, die wir so im Radio hören, englischsprachig – und das war schon immer so. In asiatischen Ländern dagegen ist es verbreiteter, Musik in der Landessprache zu hören, was nicht heißen soll, dass englischsprachige Musik dort nicht gehört wird, aber immerhin gibt es in Korea beispielsweise zwei verschiedene Chartkategorien: eine für die einheimischen Stars und die andere für alles, was aus dem Ausland kommt. Und nicht umsonst singen alle koreanischen Stars auf Japanisch, wenn sie den dortigen Musikmarkt erobern wollen, denn dadurch haben sie einfach bessere Chancen als wenn sie einfach koreanischsprachige CDs in Japan veröffentlichen würden.

 

Aber bei einigen nationalistisch geprägten Bewegungen stößt die Koreanische Welle gerade deshalb auf Ablehnung. So gab es in Japan bereits Demonstrationen gegen die „Invasion“ von K-Pop, damit würden angeblich japanische Musiker aus den Charts gedrängt. Hierzu muss man wissen, dass Japan Korea schließlich von 1910 bis 1945 besetzt hat und das Verhältnis zwischen beiden Ländern immer noch angespannt ist, obwohl in der Vergangenheit viel dafür getan wurde, es zu verbessern. Dennoch spricht alleine die Tatsache, dass es bis in die 90er-Jahre ein Verbot für die Einfuhr japanischer Kulturgüter in Korea (und umgekehrt) gab, für sich. 2010 erschien sogar ein Manga mit dem Titel „Hating the Korean Wave“ in Japan, in dem antikoreanische Thesen verbreitet wurden.

 

Doch nicht nur die Musik scheint den Nationalstolz vieler Asiaten anzugreifen, auch koreanische Serien (Dramas) werden teilweise als Problem empfunden. So wurden für das chinesische und taiwanesische Fernsehen bereits Quotenregelungen erlassen, um zu verhindern, dass zu viele koreanische Serien in diesen Ländern laufen. Stattdessen sollen mir einheimische Serien gezeigt werden.

 

2. Die Fans selbst

 

Klingt paradox, ergibt aber bei näherem Hinschauen Sinn. Es gibt Fans, die zwar K-Pop an sich lieben, aber die Koreanische Welle an sich mit zwiespältigen Gefühlen betrachten. Das hat vielfältige Gründe. Zum einen dieses „Meine Musik soll was Besonderes bleiben, was nicht jeder hört!“-Phänomen, was sich bei Fans vieler verschiedener Musikrichtungen findet und das „Ich will nicht, dass meine Musik jetzt jeder hört, nur weil jetzt mal ein Song namens Gangnam Style Platz 1 in Deutschland ist“-Phänomen, was auch kein Unbekannter ist.

 

Viele haben auch Angst, dass K-Pop sich irgendwie verändert, um in den USA oder Europa besser anzukommen. Dadurch haben einige Fans Angst, den K-Pop zu verlieren, in den sie sich verliebt haben. Auch die Sorge um die Gesundheit der Idols spielt bei der Debatte eine wichtige Rolle, da schon jetzt Beschwerden über deren volle Terminkalender laut werden.

 

Dennoch darf man nicht vergessen, dass die koreanische Musikindustrie wie jede andere auch funktioniert - und das bedeutet: Die wollen auch nur ihr Geld verdienen. Zudem hört man wohl kaum einen Star, ob jetzt koreanisch oder nicht, jemals sagen, dass er doch lieber nur ein Geheimtipp bleiben will. Genau wie die Unternehmen freuen sich die meisten darüber, weltweit gehört und verehrt zu werden. Dennoch, als Fan bleibt dieses zwiespältige Gefühl.

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Kommentare: 1
  • #1

    Mina (Montag, 23 Februar 2015 20:04)

    Annyong haseyo,
    ich persönlich bin kein Fan von K-Pop, eigentlich höre ich generell so gut wie keine Musik. ABER ich liebe K-Dramas!!! <3 ich bin auch sehr dafür, dass die nicht ins deutsche TV kommen, denn mit einer deutschen Übersetzung würde vieles wegfallen (oder sich zumindest verändern). Ein englischer Untertitel reicht völlig aus und man lernt auch nebenbei noch ein paar neue Vokabeln! ^.^/

Annyeonghaseyo (✿◠‿◠)    

 

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